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Diabetiker fährt 2000 km mit dem Fahrrad durch die Sahara

Es war nicht der sportliche Ehrgeiz, der Geri Winkler dazu motivierte, mit seiner Lebensgefährtin Sylvia Alfery auf einer Gesamtstrecke von 2000 Kilometern die Sahara zu durchqueren, sondern der Wunsch, die fremde Lebenswelt hautnah zu erfahren. In einem Tempo, das es dem Reisenden ermöglicht, die Erlebnisse intensiv auszukosten.

Seit knapp zwei Jahren führt eine Asphaltstraße fast ohne Unterbrechung durch die heißeste Region der Erde. Startpunkt der Tour durch die Wüste war Agadir an der Atlantikküste Marokkos, von wo aus es zunächst auf einen Exkurs in die Bergwelt des Anti-Atlas ging. Nach einer steilen Abfahrt in die Souss-Ebene ging es zurück zur eigentlichen Sahara-Route. Entlang der westafrikanischen Küste führte die Strecke der Abenteurer von Marokko zur derzeit noch unter marokkanischer Verwaltung stehenden Westsahara über Mauretanien bis nach Senegal. Nach 40 Tagen endete die Reise in Dakar, Ziel der weltbekannten Rallye Paris-Dakar im subsaharischen Afrika.

Aktives Leben durch gute Selbstdisziplin

Seit 24 Jahren ist der in Wien geborene Geri Winkler Typ-1-Diabetiker. Sein Körper kann das lebenswichtige Insulin nicht mehr produzieren, das den Blutzuckerspiegel regelt und damit den Stoffwechsel steuert. Die Diabetes-Diagnose wurde ihm im Alter von 28 Jahren gestellt und war zunächst ein Schock für den Weltenbummler. An Extremsport war kaum zu denken. Heute ist die chronische Stoffwechselerkrankung jedoch sogar mit Hochleistungssport vereinbar. Zuverlässige, einfach zu bedienende Messgeräte zur Bestimmung des Blutzuckergehalts, verbesserte Therapeutika und natürlich Selbstdisziplin erleichtern Diabetikern ein aktives Leben.

Mit eben jener Disziplin gelang es dem Bergsteiger und Marathonläufer, seinen Typ-1-Diabetes so zu kontrollieren, dass er mit seiner Abenteuerlust vereinbar ist. Neben seiner sportlichen Ausrüstung hat Winkler auf seinen Reisen medizinische Messgeräte und Insulintherapeutika im Gepäck und kann sich so immer neue Herausforderungen vornehmen, ohne sich in seinem Fernweh einzuschränken. Winklers medizinische Ausrüstung hat sich sowohl im Himalaya als auch in der Wüste bewährt.

Foto: Romantik pur: Sonnenuntergang in einem Zeltrestaurant in der mauretanischen Wüste

Romantik pur: Sonnenuntergang in einem Zeltrestaurant in der mauretanischen Wüste

Ein Traum: Die sieben höchsten Gipfel erklimmen

Im Herbst 2005 begab sich Winkler auf eine ungewöhnliche Reise, die ihn vom Ufer des Toten Meeres in Jordanien – 411 Meter unter dem Meeresspiegel – bis zum Gipfel des Mount Everest in 8.850 Metern Höhe führte. Fünf Monate benötigte er für diese Tour, für die er zunächst mit dem Fahrrad über 7.600 Kilometer weit vom Toten Meer nach Katmandu fuhr. Weiter ging es zu Fuß. Er überwand mehr als 9.000 Höhenmeter und dürfte damit zum einen der erste Diabetiker, aber auch der erste Mensch überhaupt sein, der einen „Neuntausender“ bezwungen hat.

Winkler will auch weiterhin ein aktives Leben führen. Seinen Traum, die Besteigung der jeweils höchsten Gipfel der sieben Kontinente, kann er durch Ausdauer, festen Willen und eine Insulintherapie verwirklichen, die ihm ein hohes Maß an Flexibilität erlaubt. Sechs der „Seven Summits“ hat Winkler bereits vor seiner Saharatour bestiegen. Das Insulin spritzt der Gipfelstürmer nach Bedarf – daher muss er sich auf sein Blutzuckermessgerät verlassen können. Er verwendet ein Gerät, das nach dem Einlegen einer Sensorenscheibe für bis zu zehn Messungen bereit ist. Zu seinen bisherigen Großprojekten gehörten neben den Bergtouren der Wien-Marathon, eine Radtour durch das Baltikum und ein Solo-Trekking durch die Sahara.

Hinweis für Patienten
Jeder Körper reagiert anders auf Medikamente. Deswegen können wir Ihnen nicht sagen, welches Medikament für Sie das richtige ist. Bitte fragen Sie Ihren Arzt.

Foto: Geri Winkler auf dem Wüsten-Highway am Wendekreis des Krebses

Geri Winkler auf dem Wüsten-Highway am Wendekreis des Krebses

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