Altersdiabetes: Dicke Kinder – dunkle Zukunft
Altersdiabetes bei Kindern – eine neue Entwicklung
„Altersdiabetes trifft nur Erwachsene“ - so haben es Generationen von angehenden Medizinern in ihrer Ausbildung gelernt. Kinder und Jugendliche brachte man ausschließlich mit einer anderen Form der gefährlichen Stoffwechselerkrankung in Verbindung: dem Diabetes vom Typ I. Die aktuelle Entwicklung zeigt jedoch: Immer mehr Kinder und Jugendliche sind von Altersdiabetes – auch Diabetes Typ 2 genannt – betroffen.
Gesundheitsorganisationen schlagen Alarm. Die International Diabetes Federation (IDF) warnt, dass die Kinder und Jugendlichen von heute eine wahre Altersdiabetes-Epidemie auslösen könnten: „Wenn nichts getan wird, um die aktuelle Tendenz umzukehren, werden zu dem Zeitpunkt, da diese Generation in der Dreißigern und Vierzigern ist, weltweit mehr als 380 Millionen Menschen mit der Krankheit leben müssen.“ Schon heute sind es 246 Millionen. Schätzungsweise eines von drei Kindern, die in den USA geboren werden, wird laut Schätzung der IDF während seines Lebens Altersdiabetes entwickeln.
Auch volkswirtschaftlich ein Problem: Laut der sogenannten KoDiM-Studie („Kosten des Diabetes mellitus“) – der größten deutschen Studie zu den Gesamtkosten des Diabetes in Deutschland – verursacht die Krankenversorgung eines Diabetes-Patienten im Vergleich zu einem Nicht-Diabetiker jährlich Mehrkosten in Höhe von 2.193 Euro pro Kopf. Hinzu kommen indirekte Kosten, vor allem für Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung, in Höhe von rund 1.300 Euro . Die IDF schätzt, dass 2007 weltweit mindestens 232 Milliarden US-Dollar ausgegeben werden, um Diabetes und seine Folgeerkrankungen zu behandeln oder ihnen vorzubeugen.
Zu viele Kilos auf der Waage sind oft die Ursache
Schuld an dieser Entwicklung ist vor allem das Übergewicht. Viele Kinder und Jugendliche sind zu dick. Zu süßes und zu fettiges Essen sowie Bewegungsmangel führen dazu, dass oft schon die Kleinen zu viele Kilos auf die Waage bringen. Das Fett macht junge Körper anfällig für Erwachsenenkrankheiten – wie Altersdiabetes.
Gefährdet, an Diabetes zu erkranken, sind vor allem Jugendliche mit starkem Übergewicht, die in der Pubertät sind. Doch auch adipöse Kinder im Grundschulalter können bereits an Altersdiabetes erkranken. Oft spielt dabei eine familiäre Veranlagung zum Übergewicht eine Rolle.
Übergewicht macht unempfindlich für Insulin
Beim gesunden Menschen schleust das Hormon Insulin den Zucker aus dem Blut regelmäßig in die Körperzellen. Fehlt Insulin, dann bleibt der Zucker im Blut: Der Blutzuckerspiegel steigt – mitunter lebensbedrohlich – an.
Typ-2-Diabetiker produzieren zwar noch Insulin, die Körperzellen reagieren jedoch nicht mehr ausreichend auf das Hormon. Es befindet sich mehr Zucker im Blut, als die Zellen verarbeiten können. Gleichzeitig bildet die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin, um den überschüssigen Zucker im Blut in die Zellen zu schleusen. Wenn diese Überproduktion anhält, ermattet das Organ und stellt seine Insulinproduktion langsam ein.
Schleichender Krankheitsverlauf
Die Betroffenen bemerken davon lange nichts. Spätfolgen stellen sich in der Regel erst nach Jahrzehnten ein – von Gefäßschäden über Nierenerkrankungen bis hin zu Erblindung. Für betroffene Kinder und Jugendliche bedeutet das: Sie müssen damit rechnen, bereits im Alter von 25 oder 30 Jahren chronische Folgeerkrankungen zu entwickeln. Eine bedrückende Perspektive, denn immerhin sterben schon heute bereits weltweit mehr als drei Millionen Menschen jährlich an den Folgen eines zu hohen Blutzuckerspiegels wie etwa Schlaganfall oder Herzinfarkt.
Ausweg: Lebensstil ändern
Die gute Nachricht: Eine Veränderung des Lebensstils kann Altersdiabetes verhindern oder zumindest hinauszögern. Gewichtsreduzierung, körperliche Betätigung und gesündere Ernährung – zum Beispiel weniger Fett und mehr Vollkornprodukte – helfen dabei, das Gewicht in vernünftigen Grenzen zu halten. So werden die Körperzellen wieder sensibel für das Insulin.
Um Warnzeichen zu erkennen, sollten Eltern mit ihren Sprösslingen regelmäßig die gängigen Vorsorge-Untersuchungen in Anspruch nehmen. Auch ihrer Vorbildfunktion sollten sie sich bewusst sein: Zu Übergewicht neigen nämlich vor allem Kinder von Eltern, die selber zu viel auf die Waage bringen.
Blutzuckermessung zur Kontrolle wichtig
Steht die Diagnose einmal fest, so kann eine auf Kinder spezialisierte Diabetesberatung dabei helfen, die Krankheit in den Griff zu bekommen. Nötig ist dann intensive ärztliche Betreuung.
Wichtig ist auch die regelmäßige Kontrolle des Zuckerspiegels im Blut. Blutzuckermessgeräte von Bayer können auch Kindern und Jugendlichen dabei helfen, das Bewusstsein für ihre Erkrankung zu schärfen und zu erkennen, dass sie selbst aktiv Einfluss nehmen können: Sportliche Betätigung zum Beispiel führt unmittelbar – und messbar – zu einer Senkung des Blutzuckerspiegels.
Hinweis für Patienten
Jeder Körper reagiert anders auf Medikamente. Deswegen können wir Ihnen nicht sagen, welches Medikament für Sie das richtige ist. Bitte fragen Sie Ihren Arzt.

